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Immobilien: Boom ohne Ende?

Eigentlich gehören Immobilien in jedes Portfolio. Nur welche? Immerhin sind die Preise für bestimmte Sektoren und Standorte schon gewaltig in die Höhe geschossen. Das stellt auch etwa die Manager spezialisierter Fonds vor eine Herausforderung.

Betongold glänzt, anyone? Über die Jahre hat diese Floskel nicht an Strahlkraft verloren. Und das liegt vor allem am Erfolg der Anlageklasse. Immobilieninvestments galten – und waren – fast so etwas wie eine sichere Bank. Die Kehrseite des Erfolgs: Die Preise kletterten immer weiter; sei es für Wohnungen in Hamburg, sei es für Büros in Hannover.

Erst die Corona-Krise goss zumindest zum Teil Wasser in den Schaumwein der Makler. Kein Wunder: Wenn niemand einkaufen geht, stehen Einkaufszentren leer und Büros veröden dank Homeoffice. Entsprechend kam der Preisanstieg laut Zahlen der Bundesbank zumindest bei Büro- und Einzelhandelsimmobilien zu einem Stillstand.

Immobilien-Trends: Nachhaltigkeit und Logistik

Die Begründung liegt auf der Hand und lässt sich so skizzieren: Gewohnt wird immer und in den Städten ist der Wohnraum schon lange knapp. Doch der Anstieg des Neubaus und die Aussichten auf höhere Bauzinsen lassen manche Experten skeptisch auf den Dauer-Boom blicken.

Logistikimmobilien sind weiter gefragt. Sie profitieren auch vom Trend zum Online-Shoppen. Kein Wunder also, wenn der Immobilieninvestor Ivanhoé Cambridge mit einem eigenen Fonds auf Last-Mile-Immobilien setzt. Die letzte Meile ist der finale Schritt der Ware hin zum Kunden und erfordert in der Regel kleine und urban gelegene Logistikzentren. Nachhaltigkeit wiederum ist ein Großtrend, der auch vor der Immobilienbranche nicht haltmacht.

Ein anderer Sektor abseits von Büro & Co. sind Pflegeimmobilien. „Die Nachfrage übersteigt nach wie vor das Angebot“, beobachtet Karl Reinitzhuber, CEO von Carestone. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Pflegeimmobilien. Er erläutert: „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung werden wir 300.000 zusätzliche Pflegeplätze in den nächsten zehn Jahren brauchen. Demnach müssten jährlich 400 Pflegeimmobilien neu errichtet werden. Tatsächlich gebaut werden jedoch nur 200 bis 250.“ Mit anderen Worten – die Nachfrage unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld ist da.

Immobilien als Inflationsschutz

Die Deutsche Bank bringt es in ihrem Jahresausblick auf den Punkt: „In Zeiten, in denen Anleihen niedrige oder gar negative Renditen abwerfen, dürfte die Nachfrage nach ‚Betongold‘ weiter anziehen.“ Zumal die Sorge vor einem weiteren Erstarken der Inflation die Flucht in Sachwerte befeuern dürfte.

Und zu den Sachwerten gehören nun mal Immobilien. In den Worten von Jessica Hardman, Head of European Real Estate Portfolio Management bei der DWS: „Immobilien sind eine gute Möglichkeit, sich gegen steigende Inflation abzusichern.“ Denn viele der langfristig laufenden Mietverträge seien an die Inflationsentwicklung gekoppelt.

Man könnte also sagen, Immobilien sind alternativlos. Oder eben: Tina-TRE – there is no alternative – to real estate.

Quelle: 17.12.2021    Arne Gottschalck
dup-magazin.de