Kaufen statt mieten: Dazu raten Experten

Wer über den Hauskauf nachdenkt, ist hin- und hergerissen zwischen extrem niedrigen Zinsen und extrem hohen Preisen. Was tun?

Die Coronakrise hat den Immobilienboom bislang nicht ausgebremst. Im Gegenteil. Die Erfahrung mit Lockdown und Homeoffice hat offenbar gezeigt, dass das eigene Zuhause mehr ist als ein temporärer Aufenthaltsort zwischen Berufsalltag und Freizeitaktivität. Auch deshalb steigt der Wunsch nach dem eigenen Haus oder der eigenen Wohnung immer noch – trotz zunehmender Unsicherheit über die eigenen Jobperspektiven.

Mit der Nachfrage klettern auch die Preise immer noch nach oben. In vielen deutschen Großstädten gelten sie bereits als überhitzt. Andererseits sind die Bauzinsen so günstig wie nie: Einige Banken bieten zehnjährige Hypothekendarlehen zum Zinssatz von 0,3 Prozent pro Jahr an.

Das Handelsblatt hat deshalb Experten gefragt, was aktuell für oder gegen den Hauskauf spricht und worauf es bei der Finanzierung ankommt.

Die Mieten sind zuletzt weniger stark gestiegen als die Kaufpreise, und Experten erwarten keine Trendwende. Ist es da noch sinnvoll, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen?

Ja, sagt Immobilienexperte Reiner Braun von Empirica, unter den folgenden Voraussetzungen: „Man hat ein sicheres Einkommen, mit dem man langfristig kalkulieren kann; man findet eine Immobilie, die einem wirklich zusagt, und man hat ausreichend Eigenkapital angespart, sodass man von Banken eine günstige Finanzierung erhält.“

Braun verweist aber vor allem darauf, dass man mit einer eigenen Immobilie Vermögen aufbaut. Denn dies habe einen disziplinierenden Effekt: Ohne den selbst auferlegten Zwang, Geld zu sparen, lege man nichts zurück. „Mit einer im Laufe der Jahrzehnte ersparten Immobilie aber sorgt man für das Alter vor.“

Quelle:

https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-kaufen-statt-mieten-dazu-raten-experten/26568772.html